Ahnenkontakt – klingt vielleicht erstmal ein bisschen spooky und erinnert mich an die Zeit, als ich mit 14 mit meinen Freundinnen Tischrücken ausprobiert habe. Oder an die typischen Horrorfilme, in denen die Protagonisten mit einem Ouija-Brett rumspielen und sich danach aus jeder Menge übernatürlicher Scheiße rauswinden müssen. Aber ich sag’s mal so: Deine Ahnen zu kontaktieren ist weniger dramatisch, eher wie eine alte Telefonzelle. Du greifst zum Hörer, wählst ihre Nummer (oder eben ihre Frequenz), und dann hörst du, ob sie abnehmen. Vielleicht nicht so glamourös wie ein Ouija-Board, aber genauso effektiv.
Egal, ob du Fragen an sie hast, Rat suchst oder einfach nur wissen willst, ob die ein oder andere alte Seele da draußen noch mitmischt – hier sind ein paar Tipps, wie du den richtigen in die Leitung bekommst.
Warum überhaupt mit den Ahnen reden?
Bevor wir ans Wählen gehen, mal kurz zur Frage: Warum soll ich mir die Mühe machen, mit meinen Ahnen zu sprechen? Ganz einfach: Deine Ahnen da oben (oder wo auch immer sie gerade chillen) haben einiges gesehen, durchgemacht und gemeistert. Und ihre Weisheit steht dir zur Verfügung – wenn du den Hörer abnimmst. Ahnenkontakt bedeutet, auf jahrhundertelange Erfahrungen zuzugreifen und dir Unterstützung zu holen, die schon immer da war.
Ahnenkontakt leicht gemacht: Keine Zaubersprüche, kein Firlefanz
Für Ahnenkommunikation brauchst du keine komplizierten Rituale. Keine Schädel aus Kristall und keine Beschwörungsformeln. Du brauchst vor allem eins: den Willen, zuzuhören. Also schnapp dir ’ne Tasse Tee oder Kakao (oder was auch immer dir hilft, runterzukommen), und los geht’s.
1. Finde deine Funkstille
Du kannst nicht telefonieren, wenn das Radio laut trötet und die Nachbarn rumschreien. Das Gleiche gilt für den Ahnenkontakt. Schaff dir einen ruhigen, ungestörten Moment. Setz dich irgendwo hin, wo du dich wohlfühlst – ob das nun dein Wohnzimmer, ein Platz draußen im Wald oder deine Badewanne ist, ist egal. Wichtig ist, dass du dich fallen lassen kannst und bereit bist, zuzuhören.
2. Wähle deine „Nummer“
Du kannst nicht einfach wahllos in die geistige Welt reinquatschen und hoffen, dass jemand antwortet. Wenn du mit deinen Ahnen sprechen willst, richte deinen Fokus auf sie. Sag innerlich (oder laut): „Hey, ich möchte gerne mit einem meiner Ahnen sprechen.“ Stell dir dabei jemanden vor, der dir wichtig ist – oder öffne dich dafür, dass sich ein Ahne meldet, den du vielleicht noch gar nicht kennst. Sozusagen auf Lautsprecher gestellt, wer zuerst da ist.
3. Den Hörer abnehmen: Dein Zugang zur geistigen Welt
Schließ die Augen, atme tief ein und aus, und lass deine Gedanken leiser werden. Keine Panik, wenn das nicht sofort klappt. Deine Gedanken fahren dir immer noch rein? Na und? Lass sie halt. Stell dir vor, du bist auf einer Frequenzsuche, wie bei einem alten Radio. Das Rauschen wird sich beruhigen, und irgendwann hörst du das sanfte Knistern der Leitung.
4. Zeichen und Symbole: Ihre Art, „Ja, hallo?“ zu sagen
Erwarte keinen epischen Monolog. Deine Ahnen sprechen oft durch Zeichen und Symbole zu dir. Ein Bild in deinem Kopf, ein plötzlicher Gedanke oder sogar eine Melodie, die dir nicht aus dem Kopf geht. Vielleicht kommt auch eine Erinnerung, die dir sonst nie in den Sinn kommt. Nimm das als Zeichen, dass sie da sind. Sie sprechen eben ein bisschen „retro“, aber hey, so waren die Telefone früher auch.
5. Frag, hör zu und danke
Okay, jetzt, wo du die Verbindung hast, kannst du anfangen zu plaudern. Frag deine Ahnen um Rat, erzähl ihnen, was dich beschäftigt, oder einfach nur, wie es dir gerade geht. Und dann halt die Klappe und hör zu. Vielleicht kriegst du ein Gefühl, ein Bild, ein Wort – oder einfach nur Stille. Das heißt nicht, dass keiner zu Hause ist. Vielleicht musst du noch ein bisschen lauschen, oder sie schicken dir die Antwort erst später als Gedankenschubser. Beende dein Gespräch mit einem „Danke“. Auch die Toten lieben Höflichkeit.
Hier noch ein paar Ideen, wie du die Verbindung stärken kannst
Es gibt viele Wege, die Verbindung zu deinen Ahnen stärker zu machen, wenn du merkst, dass du öfter mit ihnen sprechen willst. Hier ein paar Tipps:
Eine Ahnenkerze entzünden
Zünde eine Kerze für deine Ahnen an, wenn du mit ihnen sprechen möchtest. Sie ist wie das Rufzeichen, dass du bereit bist, zuzuhören und wirkt für dich wie ein Signal, dich zu fokussieren. Das sanfte Flackern kann helfen, deine Aufmerksamkeit zu bündeln und die Leitung klarer zu machen. Richtig fancy wird es, wenn du deine Ahnenkerze selber machst. Ist gar nicht so schwer und damit funktioniert es sogar noch einen Ticken besser.
Tipp: Lies hier wie du deine eigene Ahnenkerze herstellst.
Bilder oder Andenken und Ahnenaltar
Halte ein Foto oder ein persönliches Objekt eines Ahnen in der Hand. Es ist wie das Einwählen in ihre Energie. Wenn du keine persönlichen Gegenstände hast, stell dir einfach ihr Gesicht vor. Besonders schön ist es, einen Ahnenaltar in deinem Haus oder deiner Wohnung aufzustellen.
Keine Sorge, ein Altar muss nichts Riesiges sein, einfach eine Ecke oder ein Platz auf einem Sideboard, dass du deinen Ahnen widmest. Du kannst alte Fotos aufstellen, persönliche Gegenstände dazu legen und wenn du magst auch Opfergaben. Was das sein soll, musst du selbst entscheiden. Eine Zigarette für einen Raucher, Alkohol oder einen Bissen von dem Familienrezept, das du gerade gekocht hast. Auch Blumen können deine Ahnen erfreuen. Sieht zu, dass du hin und wieder auch aufräumst und die Gegenstände vielleicht auch tauscht, bzw. zeitnah Essensreste entsorgst.
Lieblingsorte
Manchmal hilft es, dich an Orte zu begeben, die deinen Ahnen besonders am Herzen lagen. Vielleicht ist es der alte Garten deiner Großeltern oder der Platz am See, wo dein Opa immer angeln war. Oder die Bank, auf der du mit deiner Oma immer im Wald gesessen hast. Diese Orte tragen noch die Energie derer, die sie geliebt haben, und machen es einfacher, in Kontakt zu treten. Denk daran: Manchmal ist es der Ort selbst, der dir das Gespräch erleichtert.
Familienrezepte
Es gibt kaum etwas, das uns so stark an jemanden erinnert wie der Geruch von Essen. Wenn du ein altes Familienrezept kochst, erschaffst du eine Verbindung, die über den Geschmackssinn läuft. Diese Gerichte sind wie ein Portal – du nimmst einen Bissen und bist plötzlich wieder am Küchentisch deiner Oma. Probier’s mal aus. Welche Rezepte wurden in deiner Familie immer gekocht? Was gab es, wenn du bei Oma warst? Was sind Gerichte aus der Region deiner Familie? Koch ein altes Familienrezept, lade beim Kochen auch gleich deine Ahnen ein, rieche daran, koste es, und horche darauf, was für Erinnerungen und Gedanken hochkommen.
Tiere und Pflanzen
Tiere und Pflanzen sind die subtilsten Boten deiner Ahnen. Vielleicht siehst du immer wieder das gleiche Tier, das dir in den Weg läuft – ein Rabe, ein Hirsch, eine Katze?
Ich hatte an einem Tag eine Ahnenmeditation gemacht und meinen Vater gebeten mir ein Zeichen zu schicken. Es sollte ein Tier sein. Tatsächlich hatte ich nicht weiter darüber nachgedacht. Als auf dem Weg nach Hause war, lief mir eine Katze über den Weg. Und in unserer Nachbarschaft gibt es fast keine Katzen. Dann fand ich in alten Unterlagen am gleichen Tag noch einen kleinen Zettel, den mein Vater geschrieben hatte. Es ging um Charlie unsere damalige Katze. Einen Tag später fand ich in einer großen Kiste Salinos auch eine Lakritzkatze. Und immer wieder war mein Vater sehr präsent
Es muss aber nicht unbedingt ein Tier sein. Gab es vielleicht Pflanzen, die deine Lieben sehr mochten? Bei mir ist es zum Beispiel die Geranie und die Forsythie, die für meine Oma stehen. Oder sprießt in deinem Garten plötzlich eine Pflanze, obwohl du sie nie gepflanzt hast. Nimm diese als Zeichen, dass jemand versucht, deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ahnen sind nicht immer direkt, aber sie sind einfallsreich. Und manchmal sind sie einfach leise.
Kann jeder mit seinen Ahnen sprechen?
Klaro. Du musst kein Medium sein, um dich mit deinen Ahnen zu verbinden. Aber wie bei jeder guten Konversation braucht es etwas Übung, Geduld und den Willen, auch mal ins Unbekannte zu lauschen. Wenn’s am Anfang nicht gleich klappt, entspann dich. Sie werden nicht weglaufen. Sie sind da, wann immer du bereit bist, sie zu hören.
Ahnenkommunikation ist nicht mysteriöser Hokuspokus. Es ist ein Gespräch – manchmal leise, manchmal voller Rauschen, aber immer da. Denk an deinen Ahnenkontakt wie an ein altes Telefon: Manchmal knistert es, manchmal ist die Leitung klar, und manchmal habt einfach keiner ab. Und das ist okay. Versuch es weiter, und genieß die kleinen, magischen Momente, wenn die Verbindung klappt. Also, wähl die Nummer, atme tief ein und lausche.
Übrigens, wenn du tiefer in das Thema Ahnen und Ahnenkontakt eintauchen möchtest, dann kann ich dir Melissa, The Herstory Witch, voll und ganz empfehlen.
Melissa hat gerade auch ein Buch zur Hexenwunde herausgebracht, in dem sie aber auf die Ahnenmagie eingeht.