Samhain – Das Fest der Ahnen

Der Vorhang zwischen den Welten wird dünner, sagen sie. Aber hier ist der Clou: Der Schleier ist immer dünn, er weht nur ein bisschen mehr, wenn du hinsiehst – und an Samhain schauen wir am liebsten hin. Samhain ist nicht nur irgendein Datum im Kalender, sondern der Moment, an dem das Jahr seine letzten Atemzüge macht, bevor es in die Dunkelheit abtaucht. Es ist Zeit, dich mit deiner eigenen Dunkelheit zu verbinden, deine Ahnen zu rufen und den ganzen alten Mist loszulassen, der dich zurückhält.

Samhain – Abschied, Neubeginn und alles dazwischen

Samhain markiert das Ende der Erntezeit und den Anfang der dunklen Monate. Es ist eine Schwelle – das Ende und der Anfang zugleich. Die Natur zieht sich zurück, und das sollten wir auch tun. Es ist die Zeit, alles zu durchleuchten, was das Jahr dir gebracht hat, und zu entscheiden, was bleibt und was gehen muss. Vielleicht warst du den ganzen Sommer damit beschäftigt, weiter zu machen, vorwärts zu treiben – aber jetzt geht’s um die Tiefe, um den Rückzug. Nicht um Stillstand, sondern um Regeneration.

Samhain im Zusammenhang mit dem Christentum

Auch wenn über die Jahrhunderte im Zuge der Christianisierung Samhain an Bedeutung verloren hat. So hat selbst das Christentum die Essenz von Samhain bewahrt. So gibt es heute Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November). Beide Tage wurden von der Kirche eingeführt, um die Verstorbenen zu ehren, aber auch, um heidnische Feste wie Samhain zu „ersetzen“. Statt also die Geister der Ahnen zu feiern, wurden die Heiligen verehrt (Allerheiligen) und am Tag darauf der Toten gedacht, die noch nicht heiliggesprochen waren (Allerseelen).

Es geht dabei auch darum, die Verbindung zur anderen Seite zu pflegen. An Allerheiligen und Allerseelen entzünden Menschen Kerzen auf Gräbern, um ihre verstorbenen Lieben zu ehren und ihnen Licht in der Dunkelheit zu schenken – ein Echo des alten Samhain-Brauches, bei dem Feuer als Zeichen für das Licht der Seelen dient. Es ist ein stiller Gruß an die, die vor uns waren, und eine Erinnerung, dass das Band zwischen den Welten nicht so leicht zerrissen werden kann.

Warum Samhain doch besonders ist

Klar, der Schleier ist immer durchlässig, die Geister immer nah. Aber an Samhain sind wir die, die langsamer werden, die mal das Licht dimmen und bewusst lauschen. Während die Welt da draußen sich mit Halloween-Partys ablenkt, kannst du dir einen Moment nehmen und wirklich hinhören – auf das, was die Dunkelheit dir erzählt. Deine Ahnen? Die sind da. Sie haben gewartet, dass du still wirst und sie endlich mal zu Wort kommen lässt.

Warum ich denke, dass wir jederzeit mit unseren Ahnen in Kontakt kommen können, kannst du hier lesen: Warum die Schleier um Samhain nicht dünner werden.

Ritual-Ideen für Samhain

Zünde die Flamme für deine Ahnen: Mach’s dir nicht kompliziert. Nimm eine Kerze, denk an die, die vor dir waren, und zünde sie an. Stell ein Glas Wasser daneben, vielleicht ein altes Foto, und lass die Flamme ihre Anwesenheit symbolisieren. Sie sind da, immer, aber an Samhain hören wir ihnen zu.

Loslassen mit Feuer: Schreib den Mist, den du nicht mehr mit dir rumschleppen willst, auf einen Zettel. Zünde ihn an und lass ihn verbrennen. Spür, wie leichter es wird, wenn die Asche zu Boden fällt. Und wenn du keinen Bock auf Feuer hast – auch ein Glas Wasser funktioniert. Hauptsache, es verschwindet.

Tarot in der Dunkelheit: Samhain ist der perfekte Zeitpunkt für eine Legung. Zieh drei Karten – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Was kannst du mitnehmen, was musst du loslassen? Die Karten sprechen zu denen, die bereit sind, zu hören.

Wäre dieses Tarot nicht perfekt dafür?

Mitternachtsmagie der Pilze

Journaling-Fragen zu Samhain

  • Welche Stärken habe ich von meinen Ahnen geerbt? Und welche Schwächen schlepp ich vielleicht unbewusst mit?
  • Was haben meine Ahnen durchgemacht, das mich immer noch beeinflusst, auch wenn ich es nicht direkt erlebt habe?
  • Welche Ähnlichkeiten kann ich zwischen meinem Leben und dem meiner Ahnen erkennen? Wo wiederholen sich Muster – und will ich das ändern oder ehren?
  • Was haben meine Ahnen geliebt? Welche Rituale, Gerichte oder Traditionen kann ich wieder aufleben lassen, um ihre Energie zu feiern?
  • Welche ungelösten Geschichten tragen meine Ahnen vielleicht noch mit sich? Wie kann ich Frieden bringen, indem ich diese Muster bewusst durchbreche?
  • Welche Fragen möchte ich meinen Ahnen gerne stellen?

Oh, es gibt jetzt auch ein Journal zu Samhain zu dem Season of the Witch Orakel-Deck.

The Seasons of the Witch: Samhain Journal
The Seasons of the Witch: Samhain Journal

Düfte, die die Geister rufen

Wenn du die Energie an Samhain wirklich spüren willst, spiel mit Düften, die den Raum erden und gleichzeitig öffnen. Sandelholz, Zypresse, Myrrhe – sie helfen, die Energie zu klären und deine Sinne zu schärfen. Diese Düfte sind ein bisschen wie ein Einladungsschreiben an die Geisterwelt, das sagt: „Hey, ich bin bereit. Zeigt mir, was ihr habt.“

Lies: Wie du mit deinen Ahnen in Kontakt treten kannst.

Lass die Dunkelheit deine Verbündete sein

Samhain hat nichts damit zu tun, sich vor der Dunkelheit zu fürchten. Es geht darum, sie zu umarmen. Dunkelheit ist keine Bedrohung, sondern der Raum, in dem alles beginnt. Sie ist der Boden, aus dem alles wächst. In dieser Nacht kannst du dich in die Dunkelheit lehnen und dir erlauben, den Raum zu fühlen, der entsteht, wenn du all die Ablenkungen mal kurz zur Seite schiebst.

Samhain ist die Nacht, in der die Vergangenheit und die Zukunft aufeinandertreffen – und du bist genau dazwischen. Es ist der perfekte Moment, um innezuhalten, zu reflektieren und die Dunkelheit als deinen Verbündeten zu sehen. Also, mach es dir bequem, zünde eine Kerze an, und hör hin, was die Nacht dir zu erzählen hat.

Buchtipps zu Samhain

Samhain: Mythologie, Folklore, Rituale von Alexa Szeli
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Witchcraft Samhain Orakel
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