Mabon – Das Fest der Fülle und Balance

Mabon, der Moment, an dem Tag und Nacht sich ebenbürtig die Hand reichen, bevor die Dunkelheit das Steuer übernimmt. Für uns Witches ist das die zweite Erntezeit nach Lammas, und es geht nicht darum, schick dekorierte Körbe zu feiern, sondern uns  klarzumachen, was wir im Jahr geerntet haben – und was uns noch fehlt. Mabon ist die Zeit, in der du innehalten und die Bilanz ziehen kannst: Licht und Schatten, Erfolg und Zweifel, alles auf den Tisch.Es ist die Zeit, all die Dinge aufzudröseln, die du mit dir rumschleppst, und zu entscheiden, was du in den Winter mitnimmst. Also mach’s dir bequem, schnapp dir ’nen Kakao und dein Journal und leg los.

Mabon ist ein Jahreskreisfest der Balance

Wenn du dich auf die Natur einstimmst, spürst du vielleicht auch, wie diese Ausgeglichenheit alles um uns herum beeinflusst. Es ist, als ob die Kräfte der Erde für einen Augenblick innehalten, um Atem zu holen. Tag und Nacht sind gleich lang, und alles Leben ruht in einem harmonischen Zustand. Diese Balance, dieses kurze Innehalten, ist einer der zentralen Aspekte von Mabon.

Mabon ist eine Zeit des sich Sammelns

Doch das ist nicht alles. Mabon markiert auch eine Schwelle – die Grenze zwischen den langen, warmen Tagen des Sommers und den immer dunkler werdenden Abenden des Herbstes. Du kannst es in der Luft spüren: Die Sonne beginnt, sich zurückzuziehen, und auch die Tier- und Pflanzenwelt macht sich bereit. Die Blätter färben sich in leuchtende Herbstfarben, und die Zugvögel sammeln sich für ihre Reise. Es ist, als ob die Natur einen tiefen Atemzug nimmt und sich auf den kommenden Winter vorbereitet.

Eine Zeit des beginnenden Rückzucks

Unsere Vorfahren haben diese Veränderung ebenfalls genau beobachtet. Für sie war es die letzte Gelegenheit, die Ernte einzuholen und die Vorräte für den Winter zu sichern. Und auch wir spüren diese Energie des Rückzugs – vielleicht kuschelst du dich abends schon lieber auf das Sofa, zündest Kerzen oder den Ofen an und genießt die wachsende Dunkelheit.

Planung und Neuanfang

Die Herbsttagundnachtgleiche bietet auch eine wunderbare Gelegenheit, neue Ziele für die Zukunft zu setzen. In dieser Zeit können wir uns auf eine innere Reise begeben, um uns selbst besser kennenzulernen und frische Wege zu erkunden, die uns auf unserem persönlichen und magischen Weg weiterbringen.

Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist der Moment, in dem du deine Pläne für den Rest des Jahres schmieden kannst. Der Sommer war wie immer turbulent, jetzt geht’s darum, die Balance zu finden und klarzukriegen, was als Nächstes kommt. Nutze die Energie von Mabon, um die Karten neu zu mischen, frische Projekte zu planen und das Alte hinter dir zu lassen.

Journaling-Fragen für Mabon

Jetzt beginnt wieder die Saison, in der wir uns mehr nach drinnen zurückziehen. Es gibt nichts Besseres, als sich auf dem Sofa einzukuscheln, das Notizbuch rauszuholen und ein paar ehrliche Worte aufs Papier zu bringen. Klar, Journaling geht auch im Sommer, aber im Herbst hat’s einfach mehr Tiefe. Es hilft dir, dich zu zentrieren und dich auf die kommende Zeit einzustimmen. Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, probier’s mal mit diesen Fragen:

    • Wofür bin ich dieses Jahr echt dankbar – und was hab ich vielleicht noch gar nicht richtig gewürdigt?
    • Welche Erfolge und Fülle habe ich in mein Leben gezogen, und was hat mich richtig stolz gemacht?
    • Was für Ballast schlepp ich noch mit mir rum, den ich in den kommenden Monaten endlich abwerfen will?
    • Wo fehlt mir die Balance, und wie kann ich die Waage wieder ins Gleichgewicht bringen?

Rituale für Mabon

Mabon ist die Zeit, um alles mal auf den Tisch zu legen – die Fülle, die du eingesammelt hast, und den Kram, den du loswerden willst. Hier sind ein paar Rituale, die simpel, direkt und stark genug sind, um das Beste aus dieser Balance-Zeit rauszuholen:

Dankbarkeitsritual

Setz dich hin, schnapp dir einen Zettel und schreib auf, wofür du dieses Jahr wirklich dankbar bist. Kein Weichspüler-Kram, nur die Sachen, die dir ernsthaft am Herzen liegen. Dann verbrenn das Papier – ja, lass es lichterloh brennen – und schick deine Dankbarkeit wie einen Flaschenpostgruß ins Universum. Klar, direkt, kraftvoll.

Ernteopfer bringen

Mabon ist die Zeit, der Erde was zurückzugeben. Leg ein paar Früchte, Nüsse oder andere Erntegaben auf deinen Altar draußen oder grab sie im Garten ein. Das ist mehr als nur ’ne nette Geste – es ist ein ehrliches „Danke, dass du mich nicht hast verhungern lassen.“ Keine halben Sachen, nur echte Wertschätzung.

Reinigungsbad

Für mich gehört zu Mabon ein richtig gutes, reinigendes Bad – und zwar mit Rosmarin, Salbei und Meersalz. Lass das Wasser die alten, abgestandenen Energien einfach wegsprudeln und mach dich bereit für die dunkle, ruhige Zeit des Jahres. Rein, rein, rein und alles raus, was dir nicht mehr dient. Dann abtauchen, durchatmen und für ’nen Moment die Welt vergessen.

Was du sonst tun kannst zu Mabon

Mabon ist die perfekte Zeit, um sich mal wieder mit den Menschen zu verbinden, die dir wirklich wichtig sind. Schnapp dir deine Freunde oder Familie und veranstaltet ein gemeinsames Essen – und zwar ganz oldschool: Jeder bringt irgendwas mit. Dabei geht’s nicht nur ums Essen, sondern auch darum, die Erlebnisse und Höhen (oder Tiefen) der letzten Monate auszutauschen und die Fülle dieser Jahreszeit zu feiern.

Aber hey, wenn du lieber für dich sein willst, ist Mabon auch deine Zeit. Zieh dir eine Jacke über, schnapp dir deinen Kaffee und mach einen Spaziergang im Wald. Oder setz dich draußen hin, atme die frische Herbstluft ein und lass die Gedanken mal treiben. Spür die ruhige Energie, die Mabon mit sich bringt, und lass den ganzen Alltagsstress hinter dir – tank Klarheit und neue Kraft für das, was vor dir liegt.

Rezepte für die Mabon-Zeit:

Hier sind fünf Rezepte, die perfekt zur Mabon-Zeit passen und die Fülle des Herbstes zu feiern:

Kürbiscremesuppe

Eine wärmende Suppe aus Hokkaido-Kürbis, verfeinert mit Zimt, Muskat und einem Schuss Sahne. Perfekt, um die Gemütlichkeit des Herbstes auf den Tisch zu bringen.

Apfel-Zimt-Streuselkuchen

Ein klassischer Kuchen mit frischen Äpfeln, Zimt und knusprigen Streuseln. Ideal, um die Erntezeit mit süßem Genuss zu feiern.

Ofengeröstetes Wurzelgemüse

Eine Mischung aus Karotten, Süßkartoffeln, Pastinaken und Rote Bete, im Ofen geröstet und mit Rosmarin und Thymian gewürzt. Ein herzhaftes und erdendes Gericht für Mabon.

Gefüllte Äpfel mit Nüssen und Honig

Große Äpfel werden ausgehöhlt und mit einer Mischung aus gehackten Nüssen, Rosinen, Zimt und Honig gefüllt. Anschließend werden sie im Ofen gebacken, bis sie weich und karamellisiert sind. Dieses süße, warme Dessert passt perfekt zur herbstlichen Fülle von Mabon.

Mabon-Brot

Ein rustikales Brot mit Vollkornmehl, Haferflocken und gehackten Nüssen. Es symbolisiert die Ernte und Fülle, perfekt als Beilage für jedes Festmahl.

Was du auf deinen Mabon-Altar legen kannst

Dein Altar kann die Fülle und den Wandel des Herbstes widerspiegeln. Ich liebe es, meinen Mabon-Altar mit Dingen zu füllen, die auch auf meinen Spaziergängen finde: Walnüsse, Haselnüsse, Hagebutten, Kastanien, Eicheln, Rainfarn, Goldrute, Scharfgabe oder Beifuß.

Andere Erntegaben können sein: Äpfel, Zierkürbisse und Maiskobeln sind perfekte Symbole für die Fülle dieser Jahreszeit.
Kerzen in Erdtönen: Farben wie Braun, Gold und Orange bringen die herbstliche Stimmung auf den Altar.
Kristalle: Citrin, Granat oder Tigerauge eignen sich wunderbar für Mabon, da sie Fülle, Schutz und Erdung symbolisieren.

Kräuter für Tee und Räucherungen an Mabon

Mabon ist die perfekte Zeit, um mit Kräutern zu arbeiten. Ob als Tee oder für Räucherungen, Wobei ich gestehen muss, dass ich Räuchern hasse. Davon wird mir immer kotzübel. Viele Witches machen das aber sehr gerne, probiers einfach mal aus.

Herbst bedeutet warme, würzige Tees, die dich von innen aufheizen. Zimt, Ingwer, Muskat – alles rein damit. Diese Kräuter bringen die nötige Wärme und schaffen eine Atmosphäre, in der du dich einfach nur einkuscheln willst. Perfekt, um die kühlen Herbsttage zu feiern.

Beifuß, Salbei und Zedernholz sind die Klassiker für kraftvolle Mabon-Räucherungen – klären die Luft und schaffen Raum für frische, erdige Energie. Und wenn du’s noch herbstlicher willst, wirf getrocknete Apfelschalen und ein paar Zimtstangen dazu. Das bringt nicht nur Stimmung, sondern duftet wie die pure Herbstmagie.

 

Ätherische-Öl-Mischungen für den Diffuser für Mabon:

  • Myrrhe, Zedernholz, Vetiver, doTERRA Balance★, doTERRA Harvest★, doTERRA Hygge★
  • Wildorange, Zedernholz, Weihrauch, Myrrhe, Vetiver und Vanille
  • doTERRA Black Spruce (Schwarzfichte)★, doTERRA Blue Tansy (Rainfarn)★, Kamille, Weihrauch.

★ Wenn du bei doTERRA noch kein Kundenkonto hast, meld dich gerne per Mail bei mir.

Zauber für Mabon

Magische Arbeit zu Mabon konzentriert sich oft auf Fülle, Balance und Schutz. Hier ein paar meiner liebsten Zauberideen:

Fülle-Zauber: Füllebeutel sind eine schöne Art, diese Energie einzufangen. Ich füge gerne Kräuter wie Basilikum, Zimt und Ingwer hinzu, zusammen mit einem Citrin und einem Wunsch auf einem Zettelchen.
Schutz-Zauber: Lorbeerblätter sind perfekt für Schutzzauber. Du kannst darauf schreiben, wovor du dich schützen möchtest, und sie dann verbrennen, um deine Sorgen loszulassen.

Tarotspreads für Mabon

Du liebst Tarot ebenso wie ich? Tarot ist eine wunderbare Möglichkeit, um die Energien von Mabon zu erforschen. Dann habe ich hier ein schönes Tarot-Spread für Mabon für dich. Es besteht aus fünf Karten und sieht am Ende aus wie ein Kreuz.

Tarot Spread legen

  • 1. Karte: Was habe ich in diesem Jahr geerntet? (mitte)
  • 2. Karte: Was darf jetzt aus meinem Leben gehen? (unten)
  • 3. Karte: Welche Lektionen habe ich gelernt? (links)
  • 4. Karte: Wie kann ich in Balance bleiben? (oben)
  • 5. Karte: Wofür sollte ich mein inneres Feuer im Winter bewahren? (rechts)

Orakel-Karten für die Mabon-Zeit

Ich liebe außerdem auch Orakelkarten. Ich habe dir hier mal meine liebsten Orakelkarten für die Mabonzeit verlinkt:

Season of the Witch – Mabon Oracle (englisch)
Rituale für die Seele – Karten

PS: Für alle, die es genauer wissen wollen.

Das Fest Mabon, wie es heute von modernen Hexen gefeiert wird, ist eine relativ neue Bezeichnung, die erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt wurde. Der Name „Mabon“ stammt von Aidan Kelly, einem amerikanischen Autor und Historiker, der in den 1970er Jahren half, das moderne Wicca und das Hexenrad des Jahres zu systematisieren. Kelly benannte das Fest nach Mabon ap Modron, einer Figur aus der walisischen Mythologie.

Mabon ap Modron ist eine Figur aus der keltischen Sage und gilt als der „göttliche Sohn“ oder „Sohn der Mutter“ (Modron bedeutet „Mutter“). Obwohl es keinen direkten historischen Zusammenhang zwischen dem mythologischen Mabon und den Erntefeiern gibt, entschied Kelly, diesen Namen für das Fest der Herbst-Tagundnachtgleiche zu verwenden, um die Verbindung zur keltischen Mythologie und der Ernte zu betonen.

Auch wenn der Name „Mabon“ modern ist, basieren die Feiern auf alten heidnischen Erntedankfesten, die in vielen Kulturen zur Herbstzeit gefeiert wurden. Die keltischen Völker Europas feierten Erntefeste wie das „Meán Fómhair“ (in Irland) oder die „Herbst-Equinox“, die das Ende der Ernte und den Beginn des Winters markierten. Diese Feste waren Zeiten des Dankes an die Götter und die Natur für die Fülle des Jahres.

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