Die Hexenwunde: Heile deine Ahnenlinie und komme wieder in dein volles Potenzial
Ich bin ehrlich, am Anfang hat mich das Buch die Hexenwunde nicht gerufen und ich hatte gezögert, es zu bestellen. Ich befürchtete das Thema Hexenverfolgung würde nur schwere und düstere Geschichte aufrollen und Geschichte, war ein Fach, das mich in der Schule schon extremst gelangweilt hatte. Aber da ich Melissa schon länger kenne und ihre Arbeit schätze, habe ich es mir bestellt. Immerhin ist der Platz im Regal nicht nur für Bücher da, die schon gelesen wurden, oder? Aber kaum hatte ich reingelesen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen.
Schluss mit den Mythen zur Hexenverfolgung
Melissa deckt in diesem Buch einige Mythen zur Hexenverfolgung auf. So war es für mich ein Aha-Moment zu lesen, dass viele Verfolgungen weniger durch die Kirche, sondern eher durch persönliche Motive auf dem Land befeuert wurden, oft ging es schlicht um Macht und Bereicherung. Außerdem räumt sie mit dem Mythos auf, dass die Verfolgungen nur im Mittelalter stattfanden, tatsächlich zog sich die Hexenverfolgung in Europa bis in die frühen 1800er Jahre und sind heute noch in einigen Ländern außerhalb Europas tödliche Realität.
Auch wenn Melissa im ersten Teil viel mit Zahlen arbeitet und zum Teil auch detailreich erzählt, so ist das Buch im ersten Teil weder langweilig noch so aufwühlend, dass man sich erst mal unter der Decke verkriechen möchte.
Verwandtschaft von Hexenwunde und Schwesternschaftswunde
Im Anschluss erklärt Melissa, dass die Schrecken der Verfolgungen sich bis heute als kollektives Trauma als „Hexenwunde“ in unserer Gesellschaft manifestieren. Die Angst vor der Sichtbarkeit in unserer vollen Kraft und das Misstrauen gegenüber anderen Frauen, auch die sogenannte „Schwesternschaftswunde“, sind Spuren dieser alten Verletzungen.
Die Schwesternschaftswunde ist ebenso tief wie die Hexenwunde in der Vergangenheit verwurzelt und hat heute noch Bestand. Geschürt durch das Misstrauen vergangener Generationen, in denen viele Frauen gezwungen waren, andere Frauen zu verraten, um sich selbst zu schützen.
Anhand epigenetischer Forschung beschreibt Melissa, wie sich solche Traumata durch Generationen hindurch vererben – ein faszinierender Ansatz, der aufzeigt, wie Geschichte und Spiritualität sich verbinden.
Werkzeugkasten zur Selbstheilung der Hexenwunde
Der zweite Teil des Buches ist dann wie ein Werkzeugkasten zur Selbstheilung der Hexenwunde. Melissa zeigt auf, wie die alten Wunden der Hexenverfolgung – dieses kollektive Trauma, das uns immer noch davon abhält, als Hexen in die Sichtbarkeit zu gehen – uns blockiert. Mit Ritualen, Journaling, Meditationen und Ahnenarbeit zeigt sie uns einen Weg, diese Hexenwunde in uns zu erkennen und zu heilen.
Melissa Kirchgässners Buch Die Hexenwunde ist ein verdammt kraftvolles Stück für alle, die tief in die dunklen und doch heilsamen Wurzeln unserer Geschichte als Hexen eintauchen wollen.
Über Melissa Kirchgässner – Her_Story_Witch
Ich kenne Melissa schon länger – als inspirierende Hexe, als Historikerin und gerade auch als Mentorin in meiner Ahnenhexen-Ausbildung.
Mit einem Master in Regionalstudien Lateinamerika und ihrer Forschung zur Hexenverfolgung im Mexiko des 17. Jahrhunderts bringt sie HERstory statt HIStory aufs Papier. Und das ist der Knackpunkt: In ihrem Buch wird nicht der x-te „History“-Brei heruntergerührt, sondern die Geschichten von Frauen erzählt, die viel zu lange verschüttet blieben.
In ihrem Buch, auf Instagram unter the_herstory_witch und ihrem Podcast Magical Herstory und mit ihren Angeboten auf ihrer Webseite lädt Melissa uns ein, unsere Wunden zu heilen und aus der Besenkammer herauszutreten. Sie schafft es, die Geschichte und die Spiritualität zu verbinden und vermittelt diese Zusammenhänge auf eine Art, die zugleich leicht verständlich, tief bewegend und inspirierend ist.
Das Buch die Hexenwunde von Melissa Kirchgässner findet ihr hier auf Amazon.