Geo, stell dich doch bitte mal vor. Mein Name ist eigentlich Georgios, aber in der digitalen Welt sind einige Buchstaben verloren gegangen, also nennt man mich heute einfach Geo. Ich komme aus dem wunderschönen Ruhrgebiet, und der rote Faden in meiner magischen Praxis sind die Götter und die göttliche Welt. Ich liebe es einfach. Ansonsten habe ich acht Millionen Pflanzen in meiner Wohnung, und ich liebe Tiere. Ich habe eine Katze, einen Skorpion, eine Spinne und eine Schlange namens Magnus.
1. Erzähl mal, wie und wann hast du herausgefunden, dass du eine Hexe bist?
Ich muss so 14 Jahre oder so gewesen sein. Da habe ich mich für bestimmte Serien interessiert, bei denen es um Hexen ging wie „Charmed“ zum Beispiel. Das war das erste Mal, dass ich mich intensiv damit beschäftigt habe. Auch „Buffy“, auch wenn es da mehr um Vampire ging. Damals habe ich in Foren gestöbert und Bücher gekauft, um mich einzulesen. Dann kam die Pubertät, und ich habe es erst mal links liegen lassen, weil andere Themen im Fokus standen. Zu meinem 30. Geburtstag wurde das Ganze dann wieder richtig relevant.
2. Was war dein erster Zauber? Und kannst du dich erinnern, was dabei und danach passiert ist?
Ja, an meinen ersten Zauber erinnere ich mich noch gut, aber er hat keine Vorbildfunktion. Ich war jung und hatte ein gebrochenes Herz. Mein erster Zauber war ein Liebeszauber, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Meine damalige Flamme war vergeben und hetero, also Grundprobleme eben. Tatsächlich war das der erste Schritt in die Magie. Es war energetisch sehr stark, aber wie gesagt, keine Vorbildfunktion. Aber, wir Menschen sind hier, um Dinge auszuprobieren und Fehler zu machen. Es gab ein Ergebnis, aber nicht das, was ich mir gewünscht hatte. Die Person trennte sich von ihrer Beziehung und outete sich Jahre später, aber wir sind nie zusammengekommen. Man war jung und naiv und dachte nicht an die Konsequenzen.
3. Hast du ein Lieblingsritual oder einen Lieblingszauber? Etwas, das du immer wieder machst?
Tatsächlich nichts Fixes. Ich bin der Typ „Simplicity“. Je einfacher, desto besser. Ich mache viele Rituale über die astrale Welt. Das bedeutet, dass ich in der astralen Ebene ein Ritual durchführe und die Energie dann in die physische Welt mitnehme. Die Energie binde ich in einem Anhänger oder einer Kerze. Ich gehe in Trance und finde mich in meinem energetischen Ort wieder, wo ich meine Rituale gestalte, mit allem Drum und Dran, aber eben auf der astralen Ebene.
4. Wie arbeitest du mit den Göttern und wie bindest du das in deinen Alltag ein
Götterarbeit hat verschiedene Facetten für mich. Zu bestimmten Zeiten wie Neumond oder Vollmond nehme ich mir bewusst Zeit, um mich den Göttern zu widmen. Zum Beispiel widme ich den dunklen Mond den Moiren, den Schicksalsgöttinnen, und setze mich mit einer Kerze hin, meditiere und lausche, ob sie eine Botschaft für mich haben. Im Alltag widme ich einfache Handlungen den Göttern, wie Fahrradfahren. Wenn ich zur Arbeit radle, widme ich die 100 Kilometer pro Woche Hekate. Oder in der Sauna, wenn ich durchhalte und meine Disziplin zeige, widme ich das Kali. Es sind diese kleinen Dinge, die die Verbindung aufrechterhalten.
Ich bekomme durch die Arbeit mit den Göttern zwischendurch auch liebevolle Arschtritte. Das sind meistens Hinweise, die mich weiterbringen – ob emotional, durch körperliche Reaktionen oder auf andere Weise. Es geht viel um Persönlichkeitsentwicklung. Natürlich kann ich, wenn ich ein konkretes Ziel habe, gezielt die Energien der Gottheiten rufen und nutzen. Aber meistens ist es eher eine passive Sache: Ich warte darauf, dass ich einen Hinweis bekomme, eine Art subtilen Wegweiser oder „Leuchtreklame“ von den Gottheiten, die mir zeigt, worauf ich achten soll. So erkenne ich, was gerade wichtig für mich ist, um selbst voranzukommen.
5. Wie funktioniert das eigentlich: Suchst du dir die Gottheiten gezielt aus, oder kommen sie einfach zu dir? Und woran erkenne ich, wenn eine Gottheit Kontakt zu mir aufnehmen möchte?
Bei mir ist es so, dass die meisten Gottheiten mittlerweile von selbst zu mir kommen. Nur selten lade ich gezielt Gottheiten zu einem Ritual ein, mit denen ich normalerweise nicht arbeite. Meistens merke ich die Präsenz einer Gottheit durch eine emotionale Reaktion. Es beginnt oft mit einem Gefühl, das in der aktuellen Situation ungewöhnlich erscheint.
Zum Beispiel, als Kali zu mir kam, spürte ich eine innere Unruhe. Es war kein negatives Gefühl, sondern eher so, als ob etwas anders war, ein Bauchgefühl, dass da etwas im Raum stand, das ich nicht genau greifen konnte.
Es kann auch körperliche Reaktionen geben. Viele berichten davon, dass sie einen leichten Druck auf der Brust verspüren, wenn eine Gottheit präsent ist. Nicht unangenehm, aber spürbar, als ob die Energie auf dem Brustkorb lastet. Jeder muss für sich selbst herausfinden, wie sich das anfühlt. Es gibt keinen festen Leitfaden, der sagt, dass eine Gottheit immer auf dieselbe Weise wahrgenommen wird.
Manche nehmen die Präsenz durch das Gehör wahr, andere durch visuelle Eindrücke. Es kann vorkommen, dass man plötzlich überall Symbole sieht, die zur Gottheit passen – zum Beispiel, wenn das Internet plötzlich voll von Medusa-Symbolen ist, obwohl man gar nicht danach gesucht hat. Auf einmal tauchen Filme über Medusa auf Netflix auf, oder man sieht Medusa-Tattoos auf Instagram. Das sind optische Hinweise, die auf eine Verbindung hindeuten können.
Letztlich muss jeder auf seine eigenen körperlichen Reaktionen und Sinne achten. Das sind oft die kleinen Hinweise, die dir zeigen, dass eine Gottheit Kontakt aufnehmen möchte.
6. Wie bist du auf das Thema mit den Göttern gekommen?
Ehrlich gesagt, ich gar nicht – die Götter sind auf mich zugekommen. Ursprünglich wollte ich überhaupt nicht mit Göttern arbeiten. Ich war glücklich mit meiner Energiearbeit, vor allem mit den Elementen. Dann tauchte Poseidon auf. Ich bereitete ein Ritual zum Thema Wasser vor und hatte dabei wellenartige Emotionen, die einfach keinen Sinn ergaben. Und die für mich in dem Moment überhaupt nicht relevant waren. Ich war wütend, traurig, ich musst sogar weinen und es waren nicht meine Gefühle.
Eine Freundin, mit der ich das Ritual gemeinsam machte, stupste mich mit der Nase drauf. Vielleicht sei es ja ein Gottheit, die da anklopfte. Zähneknirschend gab ich zu, dass sie wohl Recht habe und bat dann die Gottheit, von der ich ja noch nicht wusste, wer sie war, um ein klares Zeichen. Am nächsten Tag erzählte mir ein Arbeitskollege, dass er einen Film namens „Poseidon“ ansehen würde. Ab da wusste ich Bescheid.
Also habe ich mich dem Thema Gottheiten mehr geöffnet. Schon als Kind war ich sehr feinfühlig gegenüber anderen Wesen. Das war allerdings schwer zu definieren – was genau siehst du da? Und wenn ich dann Erwachsenen davon erzählte, hieß es oft, ich hätte einfach nur einen Albtraum gehabt oder etwas Unpassendes im Fernsehen gesehen. Das wurde dann schnell abgetan. Dieses ständige Abtun hat dazu geführt, dass ich irgendwann einen Deckel draufgesetzt habe und mich komplett verschlossen habe.
Durch meinen ersten bewussten Kontakt mit Poseidon hat sich das wieder verändert. Ich habe erkannt, dass da eine Blockade von meiner Seite aus war, und dass die ganze Zeit schon Wesen und Gottheiten anklopften, die ich einfach ausgefiltert habe. Der Mensch ist ein faszinierendes Wesen, körperlich und energetisch. Wir blenden vieles aus, was wir nicht sehen wollen. Aber je mehr man sich öffnet, desto mehr erkennt man plötzlich: „Ach du scheiße, da ist ja fast eine Warteschlange von Energien und Gottheiten, die wahrgenommen werden wollen!“
Ich habe aber immer noch eine Art Deckel drauf, vor allem, wenn es um Verstorbene geht. Ich habe mich bewusst entschieden, mich auf die Götterwelt zu konzentrieren, weil ich weiß, dass andere Wesen wie Geister den Rahmen bei mir sprengen würden. Das klingt vielleicht komisch, aber man muss auch Grenzen setzen, weil man sonst wie ein Magnet für alles Mögliche wird. Deshalb habe ich für mich eine energetische Kuppel errichtet, die nach und nach die Götter durchlässt, aber andere Wesen erst mal draußen hält.
7. Arbeitest du mit bestimmten Gottheiten nur über einen gewissen Zeitraum für ein bestimmtes Thema, oder bleiben sie alle dauerhaft bei dir?
Nee, zum Glück nicht! Ich behalte nicht alle Gottheiten dauerhaft bei mir – das wäre energetisch einfach zu anstrengend. Es ist eher gemischt: Manchmal bleiben sie, manchmal gehen sie wieder. Am Anfang weiß man oft nicht, wie lange eine Gottheit bleibt, wenn sie auftaucht. Hekate zum Beispiel begleitet mich schon sehr lange, über mehrere Leben hinweg. Das habe ich aber erst im Laufe der Zeit erkannt. Nachdem ich eine Weile mit ihr gearbeitet hatte, stellte sich heraus, dass sie nicht nur in diesem Leben bei mir ist, sondern schon in meiner Kindheit präsent war und wir eine Verbindung haben, die über viele Leben zurückreicht.
Mit Poseidon hingegen habe ich nur eine Zeit lang gearbeitet, und das war für ein spezifisches Thema – es ging um meine tiefen Emotionen. Damals hatte ich Schwierigkeiten, Zugang zu meinen echten Gefühlen zu finden, und Poseidon hat mir geholfen, das aufzulösen. Danach hat er sich wieder verabschiedet. Solche Verbindungen sind oft zeitlich begrenzt. Der Abschied kann emotional sein, selbst wenn man weiß, dass das Thema abgeschlossen ist. Es bleibt immer eine gewisse Traurigkeit, wenn eine Verbindung endet.
8. Gibt es physische oder innere Kraftorte, die für dich wichtig sind?
Physisch habe ich keine festen Kraftorte, zu denen ich immer gehe, aber es gibt Orte, an denen ich mich besonders wohlfühle und die Energie dort intensiv spüre.
Für mich sind das die Berge – je höher, desto besser. Dort oben merke ich, wie mein Geist sich befreit und ich glücklich werde. Wälder gehören auch dazu, genau wie Orte am Wasser, insbesondere am Meer. Kirchen faszinieren mich ebenfalls, auch wenn ich mich als Hexe identifiziere. Kirchen sind oft auf Kraftorten gebaut, wo energetische Linien verlaufen.
Dann gibt es noch meinen inneren Kraftort – einen antiken Tempel, den ich in mir selbst gebaut habe. Dieser Ort entstand, als Hekate in mein Leben trat, und im Laufe meines Lebens baue ich ihn Stück für Stück weiter aus. Er ist mein Rückzugsort, meine Basis in der astralen Welt, an dem ich immer wieder arbeiten kann.
9. Was sind einige deiner magischsten Momente gewesen?
Das sind diese kleinen Momente, die immer wieder faszinieren. Ein besonders beeindruckendes Erlebnis hatte ich vor ein paar Jahren, als ich ein gemeinsames Ritual mit einer Freundin gemacht habe, die weit entfernt wohnt.
Es war eine besondere Konstellation am Himmel – ich glaube, Venus und Jupiter standen nahe beieinander. Wir beschlossen, diese Energie für unser Ritual zu nutzen und gleichzeitig Gottheiten einzuladen. Obwohl sie 800 Kilometer entfernt war, führten wir das Ritual zeitgleich durch. Wir verabredeten uns auf 18 Uhr und starteten gemeinsam, jeder für sich, aber doch verbunden.
Wir hatten beide einen Spiegel vor uns stehen. Ich ging in Trance, schloss die Augen und sprach die Anrufungen. Neben Venus und Jupiter rief ich auch Hekate an. Als ich die Augen öffnete und in den Spiegel schaute, traute ich meinen Augen nicht: Ich sah mich selbst nicht.
Mein Kopf sagte mir, dass ich gerade in den Spiegel schaue und mein eigenes Spiegelbild sehen müsste, aber ich erkannte mich nicht. Stattdessen sah ich das Gesicht von Zeus. Mein Gesicht war zwar noch da, aber die Augenpartie und die Mimik waren völlig anders. Es war, als ob ich ihn direkt vor mir sehen würde.
Das war ein echter Wow-Moment. Es klingt vielleicht ein wenig unheimlich und beängstigend, aber genau das hatten wir ja beabsichtigt – die Gottheit einzuladen, die Expansion und Glück bringen sollte. Solche intensiven Erlebnisse sind faszinierend, aber es gibt auch kleinere Manifestationsmomente, bei denen man einfach denkt: „Wow, Universum, alles klar. Danke.“
10. Gab es auch mal Momente, in denen du Angst hattest, als du ein Ritual gemacht hast
Einen kurzen Moment hatte ich tatsächlich Angst, und das war bei der Geschichte mit dem Spiegel. Es ist schon beunruhigend, wenn man in den Spiegel schaut und sich selbst nicht erkennt. Aber ansonsten habe ich gelernt, mir und meinen Fähigkeiten zu vertrauen, und das hat mir Sicherheit gegeben.
Das Vertrauen in sich selbst ist unglaublich wichtig, besonders wenn es um Schutz geht. Egal, welches Ritual oder welchen Zauber man macht – wenn man unsicher ist, bröckelt auch der eigene Schutz. Wer weiß, was er tut, und sich sicher fühlt, baut automatisch eine energetische Schutzkuppel um sich auf. Deshalb ermutige ich immer dazu, Dinge auszuprobieren und auch mal Fehler zu machen. Manchmal muss man sich verbrennen, um zu lernen. Aber seid euch bewusst, was ihr tut. Geht nicht mit Unsicherheit in ein Ritual, nur weil jemand euch erzählt hat, dass ihr sonst den Teufel ruft. Das ist zu sehr im Außen statt bei sich selbst.
Eine andere Situation, die mir Angst gemacht hat, war mein erster Kontakt mit Hekate. Ich wollte eigentlich eine Trance-Reise in die schamanische Oberwelt machen, aber dazu kam es gar nicht. Hekate war plötzlich da, ohne dass ich sie eingeladen hatte, und ich geriet kurz in eine Art Schlafparalyse. Mein Verstand war wach, aber mein Körper bewegte sich nicht.
Es fühlte sich an wie das Kribbeln, das man spürt, wenn ein Körperteil einschläft und langsam wieder wach wird. Diese Erfahrung dauerte wahrscheinlich nur 30 Sekunden, aber es fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Zuerst war das beängstigend, doch dann erkannte ich, dass da jemand war, der mir nichts Böses wollte. Es stellte sich heraus, dass es Hekate war, und ich wusste, dass alles in Ordnung war. Auch wenn es anfangs gruselig war, war es letztlich nichts Schlimmes.
Es ist wichtig, keine Angst vor der Arbeit mit Göttern zu haben. Aber man muss ein gewisses Grundvertrauen entwickeln, um mit solchen Situationen umzugehen.
11. Gibt es magische Gegenstände, die du in deiner Praxis verwendest und nicht missen möchtest?
Ja, tatsächlich meine Hände. Ich habe Altäre für verschiedene Zwecke, einen selbst kreierten Zauberstab und ein Athame, aber mittlerweile bin ich ein großer Fan der „Magie der hohlen Hand“. Das bedeutet, dass ich meinen Körper, insbesondere meine Hände, nutze, um Energie zu leiten. Durch Handbewegungen lade ich die Energie ein und lenke sie. Ich habe erkannt, dass wir alles, was wir für Magie brauchen, schon in uns tragen – und das ist unser Körper.
Unsere Hände sind energetisch sehr aktiv, was sich auch in der Chakrenlehre zeigt. Irgendwann habe ich angefangen, statt eines Athames einfach meine Hände zu benutzen und Symbole mit den Fingern zu formen. Wenn ich einen magischen Kreis ziehe oder einen heiligen Raum aufbaue, mache ich die Symbole der Elemente einfach mit meinen Händen nach – zum Beispiel die Dreiecke. Für mich hat das denselben Effekt, manchmal sogar einen besseren. Es bedeutet nicht, dass ein Athame oder Stab schlechter ist, es ist einfach meine persönliche Vorliebe, weil ich meinen Körper immer dabeihabe.
Das Schöne daran ist, dass ich auch spontan magisch arbeiten kann, egal wo ich bin, zum Beispiel im Wald. Der Körper hat ein eigenes Gedächtnis, und wenn du eine Handbewegung oft genug machst, ruft sie automatisch die dazugehörige Energie auf. Das ist der Grund, warum meine Hände mein liebstes magisches Werkzeug sind.
12. Gibt es einen Rat, den du Hexen geben würdest, die am Anfang ihrer Reise stehen?
Das Wichtigste ist: Lass dir keine Angst von anderen einreden und mach einfach. In der magischen Welt gilt genauso wie überall sonst: Einfach machen. Ich weiß, wir Menschen haben oft den Kopf voller Zweifel, geprägt von Filmen, Geschichten und allem, was uns Angst machen könnte. Aber am besten lernst du, indem du es einfach tust. Denk mal an die Zeit als Kind zurück – wir wussten, dass eine Kerze heiß ist, weil wir es selbst ausprobiert haben, obwohl Erwachsene uns davor gewarnt haben. Und genau so lernen wir.
Wenn wir uns ständig in unserer Angst verlieren und nur nach Informationen suchen oder andere nach ihrer Meinung fragen, dann finden wir nie unseren eigenen Weg. Austausch ist gut, aber die Meinung anderer eins zu eins zu übernehmen, führt oft in die Irre.
Am Anfang ist es schwer, Selbstvertrauen zu haben. Wir wollen lieber tausend Bücher lesen und Experten fragen, bevor wir loslegen. Das ist okay, und ich sage auch nicht, dass man keine Bücher kaufen soll – ich habe selbst eine Bibliothek zu Hause. Aber du musst irgendwann anfangen, deiner Intuition zu vertrauen. Wenn die Angst auftaucht, dann frag sie, was sie dir sagen will, aber lass dich nicht lähmen.
Es geht nicht darum, den Kopf komplett auszuschalten. Manchmal ist es gut, Dinge zu hinterfragen und zu analysieren, auch in der Magie. Aber fang einfach an, selbst wenn es nur ein kleiner Schritt ist. Was soll schon passieren? Viele haben Angst, dass sie sich „etwas einfangen“ oder einen Fehler machen. Ja, vielleicht passiert das, aber dann lernst du auch, wie du Schutz aufbaust und reinigst. Nur durchs Tun wirst du besser.
13. Wenn du eine Tarotkarte wärst, welche wärst du dann?
Freunde und Bekannte vergleichen mich häufig mit dem Eremiten. Ich weiß auch warum. Der Eremit zieht sich zurück, um Klarheit zu gewinnen und voranzukommen. Für mich geht es dabei um die Idee, dass man manchmal Abstand nehmen muss, um die Dinge wirklich zu durchblicken. Es geht um Selbstreflexion und darum, sich selbst besser zu verstehen, bevor man wieder nach draußen tritt. Auch wenn das vielleicht nicht die gängigste Vorstellung ist, finde ich es hilfreich, diesen Rückzug zu suchen, um gestärkt zurückzukommen.
Eine andere Karte, die ich nennen würde, ist der Turm. Viele haben Angst vor dieser Karte, weil sie für plötzliche Veränderungen und Transformation steht. Aber ich sehe sie als etwas, das nötig ist. Wie eine Schlange, die sich häutet, geht es beim Turm um Wachstum – auch wenn dieser manchmal schmerzhaft ist. In meiner Astrologie spiegelt sich das wider, und es geht viel um Transformation. Manchmal muss man Altes loslassen oder sogar zerstören, um Platz für Neues zu schaffen und damit der Turm am Ende höher und stabiler wird.